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Güterstrom = Geldstrom

In einer ausgeglichenen Wirtschaft muss gelten: Güterstrom = Geldstrom d. h. es hat gerade soviel Geld, um die bereitgestellten Güter und Dienste zu bezahlen.

Güter & Dienste

Geldstrom

Wir können diesen Zustand auch in einer Gleichung darstellen:

Gütermenge × Preise = Geldmenge × Umlaufgeschwindigkeit

Die Umlaufgeschwindigkeit gibt an, wie oft eine Geldeinheit innerhalb einer Periode für eine Transaktion (= Austausch Güter/Dienstleistung gegen Geld) verwendet wird. Falls z. B. eine Zwanzigernote im Laufe eines Jahres 30-mal den Besitzer wechselt, beträgt ihre Umlaufge- schwindigkeit 30 pro Jahr. Dieses Gleichgewicht kann auf verschiedene Arten gestört werden: ➞ Im Verhältnis zur Gütermenge ist «zuviel» Geld vorhanden, d. h. die Geldmenge steigt oder die Umlaufgeschwindigkeit nimmt zu. ➞ Dem Geldstrom steht eine zu grosse Gütermenge gegenüber.

Im ersten Fall kommt es zur Inflation, im zweiten zur Deflation.

Inflation

Inflation (von lat.: «das Sich-Aufblasen; das Aufschwellen») bezeichnet einen andauernden An- stieg des Preisniveaus. Dadurch sinkt der Wert des Geldes (Geldentwertung).

Güter & Dienste

Geldstrom

Welches sind die Ursachen einer Inflation? – Kehren wir zurück zu unserer Formel: Gütermenge × Preise = Geldmenge × Umlaufgeschwindigkeit

An dieser Gleichung erkennt man, dass das Preisniveau immer dann steigt, wenn: ➞ die Geldmenge zunimmt ➞ die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ansteigt ➞ die Gütermenge abnimmt

Die Gütermenge nimmt ab, z. B. bei Missernten und Produktionsausfällen (Streiks, Unruhen und Kriege, Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Lohn).

Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes hängt u.a. vom Vertrauen ab, das man in eine Währung hat. Sinkt dieses Vertrauen, tauscht man sein Geld so schnell wie möglich in Güter und Dienste um, was den Geldstrom aufbläht und zur Geldentwertung führt, was wiederum das Vertrauen in die Währung untergräbt usw. Es entsteht ein Teufelskreis. Schliesslich kann die Geldmenge zunehmen. Wie ist dies möglich? In unserem einfachen Kreislauf gibt es dazu keine Erklärung, weil ein wichtiger Akteur in unserem volkswirtschaftlichen Modell fehlt: der Staat bzw. die Nationalbank. Er bzw. sie allein kann die Geldmenge steuern. Wir sind deshalb gezwungen, unseren volkswirtschaftlichen Kreislauf zu erweitern.

Eine weitere Störung des Gleichgewichts ist die Deflation.

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