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Hier ein Blick auf die jüngste Entwicklung in der Schweiz:

Erwerbstätige nach Sektoren ( Jahresdurchschnittswerte, 1000 )

2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021

2022

Sektor 1

170

166

164

155

152

141

132

124

120

Sektor 2 1044 1051

1044 1044 1050 1062 1049 1038 1049

( Quelle : Bundesamt für Statistik)

Sektor 3 3608 3678 3754 3809 3852 3898 3894 3943 4012

Total

4822 4895 4963 5008 5054 5101

5075 5105 5181

Es fällt auf, dass der Anteil der Erwerbstätigen im Primären Sektor klein ist. Im Jahr 2022 betrug er nur noch 2,3 %. Umgekehrt arbeiten immer mehr Menschen im Tertiären Sektor. Ihr Anteil belief sich 2022 auf 78 %. Diese Entwicklung verläuft schon über eine lange Zeit. Vor über 200 Jahren waren noch rund 70 % der Erwerbstätigen im Primären Sektor beschäftigt und sehr wenige im Dienstleistungsbe- reich, heute ist dies umgekehrt.

Markante Verschiebungen Anteile der einzelnen Sektoren am Total der Erwerbstätigen in Prozent (linke Achse) und Anzahl der Erwerbstätigen in der Schweiz (rechte Achse)

80 %

6 Mio.

70 %

5 Mio.

60 %

4 Mio.

50 %

40 %

3 Mio.

Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), Bundesamt für Statistik (BFS)

30 %

2 Mio.

20 %

Dienstleistungen

1 Mio.

10 %

Industrie

0 Mio.

Land- und Forstwirtschaft

0 %

1960

1965

1970

1975

1980

1985

1990

1995

2000

2005

2010

2015 2020

Strukturwandel

Die Schweiz hat sich von einem Agrarland (um 1800) zu einem Industrieland (um 1900) und schliesslich zu einer Dienstleistungsgesellschaft (heute) entwickelt, ein Prozess, der in vielen ande- ren Ländern auch zu beobachten war (z. B. bei den westeuropäischen Staaten) und ist (z. B. China).

In diesem Zusammenhang spricht man von einem Strukturwandel. Wodurch wird er angetrieben?

Der technische Fortschritt sorgt dafür, dass wir dem ökonomischen Prinzip immer besser nach- leben, d. h. mit immer weniger Input wird immer mehr Output erzielt. Dank verbesserter Anbau- methoden und dem Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen produziert der Bauer heute weit mehr als seine Vorfahren. Auch im Sekundären Sektor hat der Fortschritt (z. B. der Einsatz von Robotern) zu gewaltigen Leistungssteigerungen geführt. Deshalb werden in den ersten beiden Sektoren immer weniger Beschäftigte benötigt, und mehr Erwerbstätige stehen für die personal- intensiven Dienstleistungen zur Verfügung… vorausgesetzt, sie haben die notwendigen Fähigkei- ten und Fertigkeiten.

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